Optimismus - Wer weiss, wofür es gut ist

"Warum muss das immer nur mir passieren?" und  "Ich kann das doch sowieso nicht!"

Eva hat ein hochrotes Gesicht und zittert als sie auf dem Stuhl neben mir in der Praxis sitzt. Ich greife zu ihren Händen, sie sind eiskalt. "Ich bin nichts und ich kann nichts!" Das wussten schon meine Eltern, denn sie haben es vorher gesagt und jedesmal wenn ich in Schwierigkeiten war, haben sie mir helfen müssen.

Eva erzählt von ihrem Job als Assistentin und von ihrer Chefin und dem Team. Es gibt eine neue Software und die Schulung war für Eva alles andere als einfach. Sie muss dauernd nachfragen und fast alle aus dem Team verdrehen nun die Augen, wenn sie zum vierten mal neben den Kollegen steht, weil es bei ihr nicht funktioniert. Wir reden über ihre Ausbildung, die früheren Berufswünsche und über die jetzigen Arbeitsinhalte. Sie sagt eigentlich hätte sie gern was mit Kindern gemacht, was kreatives, doch ihre Eltern sagten, dass sie davon eh keine Ahnung hätte und man in dem Job wenig verdient. Heute arbeitet sie bei einem Stromlieferant, eher unkreativ.

Der Druck, der sich bei Eva aufgebaut hat, weil sie immer und bei allen Arbeiten dem Team hinterherhinkt, wirkt sich schon auf ihren Schlaf und ihren Kreislauf aus. Ausserdem hat sie den Eindruck, dass sie von ihrem Team gemobbt wird und ihre Chefin dann auch wegschaut.

Eva sitzt da, wie ein Häufchen Elend und weiss nicht mehr weiter: "Die Welt braucht mich nicht mehr!" sagt sie und ich schaue in ihre leeren Augen.

 

Wer weiss, wofür es gut ist!

In der Kindheit werden uns von unseren Eltern, Erziehern, Lehrern, Trainern usw. viele Glaubenssätze mit auf den Lebensweg gegeben. Die meisten nämlich unbewusst!

Evas Eltern haben ihr auf den Weg gegeben: "Du hat keine Ahnung (aber wir) und du musst stets auf uns hören, denn nur wir können dir helfen!"

Damit kann man einem Menschen sein gesamtes Selbstvertrauen auf den Nullpunkt herunter regeln.

Vielleicht wollten Evas Eltern es ja anders ausdrücken, doch es ist ihnen nicht gelungen. Evas Leben entwickelte sich entlang dieses Glaubenssatzes. "DU KANNST NICHTS!"

Ich erklärte Eva wie sich solche Glaubenssätze auswirken: Man fängt von selbst nichts Neues an. Man guckt nur von anderen ab, wird unkreativ. Man steht nicht hinter seinem eigenen Verhalten.

Sie nickt und sagt: "Was soll ich jetzt tun? Ich kann doch nichts!"

Möchtest du dich ein bisschen bewegen? Sie nickt wieder und wir gehen aus der Praxis und fahren in einen kleinen Wald. Hier holt Eva ganz tief Luft und in ihren Augen spiegelt sich ein kleiner Funken Lust wider. Ich gebe ihr einen Block Papier und viele bunte Stifte. Zuerst frage ich sie, ob sie Kleinigkeiten bei sich kennt, die ihr besonders Spass machen. Sie lehnt sich an einen grossen Baum und denkt nach. Mit einer Hand fühlt sie die Rinde am Baum und sagt: ich bastel gern mit Naturmaterialien. Dies schreibt sie auf ein Blatt und wir legen es auf den Waldboden. Nach etwa 1 Stunde hat sie 20 Blätter mit eigenen Stärken vollgeschrieben. Sie ist erstaunt, als ich ihr sage, dass sie 20 Stärken hat und sie darauf neu aufbauen kann! 

"JAAAA!" ertönt laut aus ihrem Mund, sie hat rote Wangen und ihre Augen leuchten.

Der Optimismus ist wieder zurück und Eva nicht mehr zu halten.

Sie hat das 6-Stunden-Coachingpaket gebucht und am Abend des Tages war sie sehr zufrieden mit ihrem neuen Selbstbewusstsein und ihrem neuen Selbstwertgefühl.

Wir haben einen neuen realistischen Lebensplan aufgestellt, mit besseren Zielen, bei denen sie ihre Stärken voll einsetzen kann.

 

Mit ihren Eltern haben wir auch gemeinsam gesprochen und Eva hat ihnen klar gemacht, dass sie ab jetzt ihr Leben selbstbewusst meistern wird und ihre neuen Pläne hat sie auch erklärt. Evas Mutter freut sich und fragte, ob sie auch in Evas neuer Kreativ- und Bastelwerkstatt "LebensBaum" mitmachen darf, sowas zu tun, hätte sie sich ihr Leben lang gewünscht.